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Fragen und Antworten zur Demenz WG

Was ist Demenz?

Stellen Sie sich vor, Sie haben sich im Wald verirrt. Um Sie herum ist dichter Nebel. Sie haben die Orientierung verloren und finden nicht den Weg hinaus. Eine Demenzerkrankung ist eine fortschreitende Krankheit des Gehirns, welche eine Reihe von schwerwiegenden Folgen hat.

Eine Demenz führt zu Störungen von Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassungsgabe, Lernfähigkeiten, Sprache, Sprechen sowie Urteilungsvermögen.

Was kennzeichnet eine Demenz?

Demenz ist vom Abbau und dem Verlust kognitiver Funktionen gekennzeichnet. Bei den zumeist fortschreitenden Verläufen kommt es u.a.  zu Beeinträchtigungen der zeitlich-örtlichen Orientierung. Der Betroffene entwickelt Gedächtnis- sowie Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, ist in seinem Urteilsvermögen gestört und die Krankheit verändert seine Persönlichkeit mit fortschreitendem Verlauf.

Was ist die Bedeutung des Wortes Demenz?

Das Wort „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den Worten ,,DE“ ohne und „MENZ“ Geist/Verstand zusammen.

Was ist eine primäre Demenz?

Bei der primären Demenzerkrankung befindet sich die Krankheitsursache im Gehirn selbst. Diese Art der Erkrankung kommt bei 90% der Demenzerkrankten vor. Eine Heilung ist bei dieser hirnorganischen Form nicht möglich, denn die Nervenzellen sterben ab und die Verbindung der einzelnen Zellen im Gehirn geht verloren. Der Krankheitsverlauf kann lediglich mit geeigneten Medikamenten verlangsamt werden.

Was ist eine sekundäre Demenz?

Von der sekundären Demenz (auch nicht-hirnorganische Demenz genannt) sind nur 10% der Demenzerkrankten betroffen. Nicht-hirnorganische Demenz wird beispielsweise als Folge einer anderen Erkrankung wie z.B. Depression, Alkoholsucht, Schilddrüsenerkrankung oder auch durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten ausgelöst. Die Heilungschancen stehen bei der sekundären Demenz relativ gut, denn wenn man die Grunderkrankung heilen kann, kann sich das Gehirn auch von der demenziellen Erkrankung erholen.

Was ist eine degenerative Demenz?

Degeneration meint den Abbau. Im Falle einer Demenzerkrankung ist der Abbau der Nervenzellen im Gehirn gemeint. Hierbei schrumpfen bestimmte Nervenregionen im Gehirn oder sterben sogar gänzlich ab. Mehr als zwei Drittel der primären Demenzen zählen zu den degenerativen Demenzen. Dazu gehören u.a. Morbus Alzeheimer, Lewy- Körperchen- Demenz/ Parkinson Demenz, Morbus Pick sowie Chorea Huntigton.

Was ist die Alzheimer Demenz?

Die Alzheimer Demenz wird auch Morbus Alzheimer genannt und ist die am häufigsten auftretende Form einer demenziellen Erkrankung. Sie impliziert eine unheilbare Störung der Gehirnzellen. Durch das Schrumpfen und Absterben der Gehirnzellen zeigen Menschen mit Alzheimer Symptome wie Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit. Wie genau Alzheimer entsteht, ist immer noch nicht restlos erforscht. Allerdings weiß man, dass zwei verschiedene Eiweißablagerungen eine große Rolle bei der Erkrankung spielen: Plaques aus Beta-Amyloid und Fibrillen aus Tau. Diese stören den Stoffwechsel der Nervenzellen, so dass diese nicht mehr wie gehabt miteinander kommunizieren können. Dadurch nimmt die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen ab.

Welche Stadien der Demenz gibt es?

Die Demenz wird in drei Stadien unterteilt: die leichte Demenz, die mittelschwere Demenz sowie die schwere Demenz. Während bei der leichten Demenz ein unabhängiges Leben durchaus möglich ist und Hilfe nur fallweise benötigt wird, zeigen sich bei den Betroffenen Symptome wie Depressionen, Antriebsmangel, Reizbarkeit sowie Stimmungsschwankungen.

Bei einer mittelschweren Demenz können komplexere Tätigkeiten nicht mehr selbstständig oder angemessen bewerkstelligt werden. Die Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen und zeigen Symptome wie u.a. Unruhe, Aggressivität sowie einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Sie benötigen Hilfe, allerdings ist keine Betreuung oder Beaufsichtigung ohne Unterbrechung erforderlich.

Bei Fällen mit einer schweren Demenz können Gedankengänge durch den Erkrankten nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden. Darüber hinaus ist auch keine unabhängige Lebensführung möglich und der Erkrankte muss dauerhaft betreut und beaufsichtigt werden. Hierbei wird das Langzeitgedächtnis betroffen. In diesem Stadium werden auch Angehörige und Freunde nicht mehr erkannt. Die Kommunikation im verbalen Bereich kommt fast gar nicht mehr vor. Es kommt zum Teil zur vollständigen Harn- und Stuhlinkontinenz. Dazu kommt schwere Gangunsicherheit. Es kann sogar zur Bettlägerigkeit kommen. Schluck und Atemstörungen können dazu auch noch folgen. Pneumonie und Herz und Kreislaufversagen treten auf.

Was hat das Glutamat mit Demenz zu tun?

Bei der Alzheimer Demenz sterben Nervenzellen im Hirn. Dafür verantwortlich ist unter anderem eine überhöhte Konzentration von Glutamaten. Ohne Glutamat können keine Lern und Gedächtnisvorgängen stattfinden. Eine überhöhte Glutamat Konzentration hingegen ist jedoch auch nicht begünstigend. Im Falle einer zu hohen Konzentration an Glutamaten werden die Nervenzellen ständig überreizt und sterben früher ab. Nervenzellen können nicht mehr wichtige von unwichtigen Informationen unterscheiden. Der Mensch mit Demenz wird verwirrter und unfähiger sich auf neue Situationen einzustellen, was typisch für die Alzheimer Demenz ist.

Was ist die Frontotemporale Demenz? (Pick-Krankheit)

Es kommt zum Abbau der Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich (Front- Temporale – Lappen). Der Abbau des Gehirns findet statt. Die Erkrankung fängt Im Alter von etwas 50-60 Lebensjahren an. Es ist die vierthäufigste Demenzerkrankung (10-20 %) nach Alzheimer und der Lewy-Demenz.

Hierbei kommt es immer öfter zu Erkrankungen. Die Persönlichkeit sowie das Zwischenmenschliche gehen verloren. Einige Menschen werden auch aggressiv, taktlos und haben kein Schamgefühl mehr, es kommt zu sehr emphatischen Verlusten. Ebenfalls wird das Sprechvermögen beeinträchtigt und es kommt zu starken Wortfindungsstörungen und Benennungsängsten.

Was ist oder bedeutet Chorea Huntington?

Chorea Huntington Ist eine sehr seltene, vererbbare Krankheit des Gehirns. Sie taucht etwa im 35- 45 Lebensjahr auf. In seltenen Fällen sogar schon in der Kindheit. Der Verlauf der Krankheit ist von Patienten zu Patienten anders. Die Krankheit bringt neurologische Störungen mit sich und durch ein defektes Gen werden die Gehirnzellen zerstört.  Es kommt vermehrt zu Bewegungsstörungen, Zuckungen und schließlich zur Demenz.

Was ist die Vaskuläre Demenz?

Circa 15 % der Menschen mit Demenz leiden an einer vaskulären Demenz. Diese entsteht infolge von Störungen der Durchblutung im Gehirn. Der Beginn der vaskulären Demenzerkrankung ist meistens schleichend, das Fortschreiten der Erkrankung allmählich. Somit ist es nicht so leicht von der Alzheimer-Krankheit unterscheidbar. Allerdings sind bei der vaskulären Demenz andere Symptome zu verzeichnen. Diese Erkrankung ruft primär keine Gedächtnisstörungen hervor, sondern vielmehr Verlangsamung, Schwierigkeiten beim Denken oder Labilität der Stimmung.

Gibt es Mischformen bei der Demenz?

Im zunehmenden Alter treten sogenannte Mischformen auf. Hierbei gibt es einige Fälle von dementiellen Krankheitsprozessen, bei denen Alzheimer zusammen mit vaskulärer Demenz auftritt.

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